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Sobald sich einige der großen Ketten entscheiden, bevorzugt Produkte
zu listen, die unter den genannten Bedingungen erzeugt worden sind,
wird die Nahrungsmittelindustrie gezwungen sein, diese bereitzustellen.
Diese werden dann wiederum auf die Einrichtung geschlossener Produktionssysteme
drängen, um nicht nur eine hohe Produktsicherheit und Produktqualität
garantieren, sondern auch die Herkunft dokumentieren zu können,
unverzichtbare Voraussetzungen für die Produkthaftung.
5. Herausforderungen
und Handlungsstrategien: Die Schweinefleischproduktion in Deutschland
muss sich neu organisieren, auch in den Zentren
In einem abschließenden
Kapitel soll nun versucht werden, die Herausforderungen an die Schweinefleischproduzenten
in Deutschland, insbesondere Nordwestdeutschland, genauer zu formulieren
und daraus Handlungsstrategien abzuleiten.
Es wurde bereits
darauf hingewiesen, dass Deutschland pro Jahr etwas mehr als 1 Mio.
t Schweinefleisch einführt, vor allem aus Belgien, Dänemark
und den Niederlanden. Die Schweinefleischproduktion findet in diesen
Staaten zwar nicht ausnahmslos, aber zu einem beträchtlichen Teil
in geschlossenen Produktionssystemen statt, in Dänemark nahezu
ausschließlich. Aus von uns durchgeführten Befragungen bei
der fleischverarbeitenden Industrie und beim Lebensmitteleinzelhandel
wissen wir, dass neben dem Preis, der natürlich eine bedeutende
Rolle spielt, die hohe Qualität des Produktes und die Dokumentation
der Herkunft wichtige Kriterien für die Kaufentscheidung sind.
Aspekte des Tierschutzes sowie der Umweltverträglichkeit beeinflussen
ebenfalls die Kaufentscheidung, insbesondere der führenden Lebensmittelketten
in Großbritannien. Als Reaktion auf diese Forderungen sind in
Dänemark und den Niederlanden z.T. eigene Produktionsschienen aufgebaut
worden.
Die Herausforderungen,
denen sich die Schweinehalter und die Schlacht- und Zerlegebetriebe
in Deutschland gegenübersehen, können in kurzgefasster Form
wie folgt beschrieben werden:
- In den Zentren
der Schweinehaltung ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
Sauen- und Mastschweinhaltung anzustreben, um das Seuchenrisiko zu
minimieren und lange Transportdistanzen und Transportzeiten für
Ferkel auszuschließen.
- Es sind Produktionssysteme
aufzubauen, die eine lückenlose Dokumentation der Herkunft des
auf den Markt gelangenden Fleisches gestatten. Dieses trägt nicht
nur zur Erhöhung der Produktsicherheit, sondern auch zur Senkung
der Produktionskosten bei.
- Die Kapazitäten
der Schlacht- und Zerlegebetriebe müssen in abgegrenzten Produktionsräumen
der dort vorliegenden Mastschweinerzeugung angepasst werden, um lange
Transportwege auszuschließen und die Fleischqualität zu
verbessern. Auf der Verarbeitungsstufe müssen die Kapazitäten
im Bereich der SB-Ware und der Convenience-Produkte ausgeweitet werden.
- In den Zentren
der Schweinehaltung, die insbesondere in der Region Weser-Ems und
auch in einigen westfälischen Landkreisen mit denen der Geflügelhaltung
zusammenfallen, sind gegebenenfalls neue Wege in der Verwertung der
anfallenden tierischen Exkremente zu beschreiten, hier ist z.B. an
die thermische Verwertung von Geflügelmist und Geflügeltrockenkot
zu denken, um eine Überversorgung von Grundwasser und Boden mit
Nährstoffen auszuschließen. Ziel muss es sein, weitgehend
geschlossene Nährstoffkreisläufe zu erreichen.
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