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Der bio- und gentechnologische Forschungsfortschritt wird es im Verlaufe der beiden folgenden Jahrzehnte möglich machen, die Konsumenten nicht mehr als homogene Klasse zu betrachten, sondern entsprechend ihrer individuellen Ansprüche Nahrungsmittel zu erzeugen, basierend auf ihrem jeweiligen genetischen Profil. Ob diese Möglichkeit allerdings in großem Umfange zur Anwendung gelangt, wird entscheidend von der Akzeptanz dieser Technologien abhängen. Es leuchtet unmittelbar ein, dass ein solcher Wandel in der Erzeugung tierischer Nahrungsmittel weitreichende Veränderungen in der Organisationsstruktur der Produktion zur Folge haben wird. Schweinefleisch wird nicht länger ein undifferenziertes Massenprodukt sein, sondern für ganz bestimmte Marktsegmente erzeugt werden. Landwirtschaftliche Betriebe, Mischfutterwerke, Schlacht- und Zerlegebetriebe werden nicht mehr als einzelne Unternehmen miteinander in Konkurrenz treten, sondern Produktionssysteme bilden, die sich auf bestimmte Marktsegmente konzentriert haben. Erste Schritte in diese Richtung lassen sich sowohl in Europa als auch in den USA feststellen. Es wird für landwirtschaftliche Familienbetriebe in Zukunft nicht leichter werden, sich auf enger werdenden Märkten zu behaupten. Wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Produkte auf dem Wege der Direktvermarktung abzusetzen, werden sie sich in einem globalen Markt für tierische Nahrungsmittel nur dann behaupten können, wenn sie Teil eines integrierten Produktionssystems sind, weil der überwiegende Teil der Nahrungsmittel über wenige große Lebensmittelketten vertrieben werden wird. Sie verlangen große Mengen standardisierter Produkte, die der einzelne landwirtschaftliche Betrieb nicht bereitstellen kann. Mögliche Auswirkungen der dargestellten Entwicklung auf die räumliche Struktur der Nutztierhaltung können in folgender Weise zusammengefaßt werden. Produktionsgebiete, die in der Lage sind, geschlossene Produktionssysteme in der Erzeugung tierischer Nahrungsmittel aufzubauen und damit zur Produktsicherheit beizutragen, werden als Sieger aus dem Verdrängungsprozess hervorgehen und Marktanteile gewinnen. Die Referate und Diskussionsbeiträge auf den genannten Fachkonferenzen haben deutlich gemacht, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Alternativen zur Entwicklung und Implementation von geschlossenen Produktionssystemen gibt, wenn ein hoher Qualitätsstandard und eine hohe Produktsicherheit erreicht werden sollen. Eines ist deutlich geworden. Es kann von einer weltweiten Übereinstimmung gesprochen werden bezüglich der Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung der Erzeugung tierischer Nahrungsmittel. Produktsicherheit und Herkunftssicherung werden neben den Aspekten Umweltverträglichkeit und Einhaltung der Richtlinien des Tierschutzes die steuernden Faktoren bei der Ausbildung zukünftiger Produktionssysteme sein. Die zunehmende Globalisierung des Handels mit Agrarprodukten wird dazu führen, dass solche Produktionssysteme weltweit entstehen. Auch den großen Ketten des Lebensmitteleinzelhandels wird bei der Entwicklung neuer Produktionssysteme in der Erzeugung tierischer Nahrungsmittel eine wichtige Steuerungsfunktion zukommen.
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