Themen zur Tierernährung
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6. Zusammenfassung und Ausblick


Versucht man eine abschließende Bewertung der gefundenen Ergebnisse, dann kann folgendes festgehalten werden:

  • Die zukünftigen Chancen eines der führenden Länder in der Schweinefleischproduktion, das Deutschland zweifellos ist, müssen in einem internationalen, ggf. sogar globalen Rahmen gesehen und bewertet werden.
  • Einer vergleichsweise günstigen Struktur in der Primärproduktion, zumindest in den Zentren der Schweinehaltung, stehen bislang kaum abgestimmte Strategiekonzepte gegenüber, die auf den Aufbau geschlossener Produktionssysteme ausgerichtet sind. Diese sind aber eine unbedingte Voraussetzung, wenn man sich auf Dauer im internationalen Wettbewerb behaupten will.
  • Nicht mehr mit einer undifferenzierten Massenware, die beliebig substituierbar ist, wird auf Dauer Geld verdient werden, sondern mit auf spezifische Marktsegmente ausgerichteten Produkten, die der veränderten Nachfrage der Konsumenten in den nachindustriellen Dienstleistungsgesellschaften begegnen. Es wird vor allem darauf ankommen, in die Produktentwicklung zu investieren und den Anteil der SB-Ware und der Convenience-Produkte zu erhöhen.
  • Um im Markt erfolgreich operieren zu können, wird es über die Bereitstellung eines qualitativ hochwertigen Produktes notwendig sein, den Nachweis zu erbringen, dass es auch in einem Hochverdichtungsraum der Nutztierhaltung möglich ist, hohe Produktionsleistungen in umweltverträglicher Weise zu erbringen. Hier müssen z.T. neue Wege beschritten werden, um der vorliegenden Überversorgung mit Wirtschaftsdünger zu begegnen.
  • Das große Ferkeldefizit in einigen Hochburgen der Schweinehaltung stellt auf Dauer ein extrem hohes Seuchenrisiko dar. Hier sind Strukturveränderungen einzuleiten, die zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Zuchtsauen- und Mastschweinehaltung führen. Dies wird sich ggf. nur durch eine Verringerung der Mastschweineplätze erreichen lassen, wenn eine weitere Aufstockung der Zuchtsauenbestände wegen der begrenzten Verfügbarkeit an landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht realisierbar ist.

Die Herausforderungen und die notwendigen Reaktionen lassen sich recht präzise beschreiben. Woran es mangelt, ist die Umsetzung. Es ist schwer zu erklären, weshalb dieser Zweig der agrarischen Produktion im Gegensatz zu den Niederlanden und Dänemark oder auch zur Geflügelwirtschaft selbst in den Zentren so zögerlich darangeht, die Organisationsstrukturen zu verändern. Sind es das Ausruhen auf den Erfolgen der Vergangenheit, eine Fehleinschätzung der eigenen Position in einem sich schnell verändernden ökonomischen Umfeld oder der Mangel an Führungspersonen, die in der Lage sind, bestehende Ideen umzusetzen? Man sollte sich jedoch nicht der Täuschung hingeben, dass man beliebig viel Zeit hat, um zu reagieren. Schon stehen mit der Osterweiterung der EU und der sich abzeichnenden weiteren Liberalisierung des Agrarhandels im Gefolge der WTO-Verhandlungen neue Herausforderungen ins Haus, die zu weiteren Reaktionen zwingen.

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