Themen zur Tierernährung
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Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst

Die Zukunft der Veredlungswirtschaft in
Nordwestdeutschland unter geänderten
Rahmenbedingungen

Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst
ISPA, Universität Vechta

1. Einleitung: Das Problemfeld

Die deutschen Veredlungsbetriebe und die Ernährungswirtschaft sehen sich gegenwärtig Herausforderungen gegenüber, deren Bewältigung sich ausgesprochen schwierig gestaltet. Zum einen sind es externe Faktoren, die eher in Richtung Vergrößerung der Bestände und Senkung der Stückkosten weisen, zum anderen veränderte agrarpolitische Rahmenbedingungen in Deutschland, die genau das Gegenteil zum Inhalt haben. Globalisierung der Märkte auf der einen und Agrarwende auf der anderen Seite lassen sich ausgesprochen schwer in Einklang bringen. Hinzu kommen Probleme in den Zentren der Veredlungswirtschaft im Hinblick auf die umweltverträgliche Verwertung der tierischen Exkremente sowie seuchenhygienische Probleme. Zunehmend wird auch erkennbar, dass kommunale Gebietskörperschaften in den Hochverdichtungsräumen der Nutztierhaltung nicht mehr bereit sind, weitere Stallbauten zuzulassen. In kurzgefasster Form lassen sich die Herausforderungen in folgender Weise zusammenfassen:

  • Globalisierung der Märkte
  • Osterweiterung der EU
  • Veränderung der agrarpolitischen Rahmenbedingungen
  • Wachsende Bedeutung der Aspekte Produktqualität und Produktsicherheit
  • Neue Richtlinien zur Nutztierhaltung und zum Umweltschutz
  • Seuchenhygienische und ökologische Probleme in den Zentren der Nutztierhaltung
  • Widerstände gegen die Errichtung großer Stallanlagen in kommunalen
    Gebietskörperschaften.

Am Beispiel der Schweineproduktion in Nordwestdeutschland sollen die genannten Problemfelder behandelt werden. Dabei wird es notwendig sein, sie in größere Zusammenhänge einzuordnen, weil nur so zutreffende Aussagen über die zukünftige Entwicklung möglich sind.

Betrachtet man die Entwicklung der Schweinehaltung, der Organisationsformen der Produktion und des Handels mit Schweinefleisch im zurückliegenden Jahrzehnt, dann schälen sich einige Trends deutlich heraus:

  • " Die Schwerpunkträume der Produktion in Nordamerika, Europa und Asien haben ihre Position festigen können; China nimmt inzwischen eine dominierende Position in der Produktion ein.
  • " Der Welthandel mit Schweinefleisch wird auch gegenwärtig noch eindeutig von Europa und Nordamerika bestimmt.
  • " Geschlossene Produktionssysteme, die alle Schritte von der Zucht bis zum marktfertigen Produkt umfassen, dürften die Organisationsform der Zukunft sein.
  • " Produktsicherheit, Dokumentation der Herkunft, Einhaltung der Richtlinien des Tierschutzes und Wahrung der Umweltverträglichkeit in allen Produktionsschritten sind die Herausforderungen, denen sich die zukünftigen Produzenten von Schweinefleisch stellen müssen, wenn sie sich auf nationalen und internationalen Märkten behaupten wollen.

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