2.2.
Labmagenverlagerung (LMV)
Die LMV zählt heute regional zu den häufigsten nichtinfektiösen
Krankheiten bei
Milchkühen. Sowohl durch gebietsweise Erhebungen (Tab. 3),
die ein weitgehend
einheitliches Bild über begünstigende Faktoren ergeben,
als auch durch Untersuchungen
vom Trockenstellen bis zur klinischen Erkennung der LMV kennt
man heute sehr detailliert begünstigende und auslösende
Faktoren für diese Krankheit.
Tab. 3: Für
Labmagenverlagerung prädisponierende Faktoren in ihren Wirkungen
auf Ernährungszustand sowie Stress- und Fettabbauförderung
(POIKE u. FÜRLL 1998)
Fettansatz
fördernd |
Stress/Fettabbau
fördernd
|
hemmend
für Labmagen-verlagerungen |
- zu
viel E in der
Spätlaktation
-
langes Trockenstehen
-
Bewegungsarmut
(Anbindehaltung)
-
zu viel E in der
Trockenstehperiode
(viel KF, viel Maissilage)
-
hohe Milchleistung als Folge der o.g. Faktoren
|
- Energiedefizit
a.p. (Futterqualität, -quantität)
- „Wehenschwäche“
Schwergeburten
- männliche
Kälber
-
Zwillinge
-
verfettete Färsen
-
Haltungsmängel
-
Hitzestress
Auslöserkrankheiten
ketotischer Stoffwechsel
|
- Bewegung
(Laufstall):
wenig Stress
langsamer Fettabbau
* gute Konditionierung
-
reichlich Rohfaser:
viel Pansenvolumen
gute Vormagenmotilität
-
Labmagen-Motilität
sinnvoll Anfüttern/
Futterumstellungen
|
E= Energie, KF= Kraftfutter, TMR= totale Mischration,
a. p.= vor der Geburt
Die Ursachengruppen
für rechts- sowie linksseitige Verlagerungen unterscheiden
sich z.T. erheblich (Abb. 6). Die durch Verkaufsuntersuchungen
ermittelten wesentlichen
Veränderungen vor der klinischen Diagnose Labmagenverlagerung
zeigen die
nachstehenden Abbildungen.
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