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Insgesamt scheint der diskutierte Orientierungswert von 1 mg als Praxiswert nach den bisherigen Erfahrungen vertretbar und sinnvoll verwendbar. Für die Festlegung eines gesetzlich relevanten Grenzwertes wird er eine Diskussionsbasis sein können. Zearalenon zeigt östrogenähnliche Wirkungen auch und gerade bei ganz jungen Tieren. Mit geschwollener Vulva geborene Ferkel deuten auf eine Zearalenonbelastung des Muttertieres hin. Alternative östrogene Ursachen sind jedoch auch zu beachten. Eigene Untersuchungen mit mäßig kontaminiertem Futter um 50 Mikrogramm Zearalenon/kg Futter ergaben bei weiblichen wachsenden Läuferschweinen eine östrogenähnliche Wirkung nach Ablauf von fast drei Wochen nach Beginn der Belastung. Die Gefahr von Zystenbildung nach einer solchen Exposition ist groß. Neben einer Pseudodauerbrunst treten bei ganz jungen Ferkeln Vulvablutungen auf. Sogenannte Spreizerferkel haben wir gekoppelt mit dem Auftreten des Zearalenonsyndroms des öfteren beobachten können. Hier fehlt es aber an gezielten Untersuchungen, um eine eventuell retardierte Ausreifung der Muskulatur und die Zearalenonbelastung wirklich in einem Zusammenhang beurteilen zu können. Bei männlichen Tieren fällt die ödemähnliche Ausbildung der Mammakomplexe und eine ödemartige Aufschwemmung des Präputialgewebes auf. Männchen vor allem aber Weibchen unter Zearalenonbelastung zeigen Verhaltensabweichungen, erhöhte Unruhe, reduzierte Futteraufnahme, verstärkte Frequenz der Aufreitversuche und gelegentlich Beißereien, die bis zum Kannibalismus führen können. Diskrepanzen zwischen ermittelter Toxinkonzentration und der Ausprägung tatsächlich auftretender östrogenähnlicher Wirkungen wurden mehrfach beschrieben.
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