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3. Vorkommen und klinische Beobachtungen
Trichothecene sind weltweit verbreitet. Ihr Vorkommen ist unter mitteleuropäischen
Bedingungen wohl weitgehend abhängig von den klimatischen Verhältnissen
bei der Blüte des Getreides und vor allem auch von den Niederschlägen
in der Vegetationszeit. Im Jahre 2002 hatten wir erhebliche Unterschiede
in der Niederschlagsverteilung zwischen Nord- und Süddeutschland.
Der recht regenreiche Frühsommer und Sommer in Norddeutschland
stand relativ hohen Niederschlagsmengen in der Erntezeit in Süddeutschland
gegenüber. Ein typisches „Fusarienjahr“, wie es Müller
et al. (1997) für Baden-Württemberg z.B. für 1987 (siehe
Tab.1.) nachweisen konnten, liegt nach unseren bisherigen Erhebungen
für das Jahr 2002 jedoch nicht vor. Auch die zitierten Unterschiede
im Witterungsverlauf und deshalb vermuteten Kontaminationsdifferenzen
konnten von verschiedenen Labors wohl bisher nicht anhand von Analysenergebnissen
bestätigt werden.
Tab.1: Vorkommen von
Mykotoxinen in Baden-Württemberg/Deutschland
(Weizen, ug/g)
| |
DON |
ZEARALENON |
| |
n
/ pos % |
Spanne |
Mittelwert |
pos
% |
Spanne |
Mittelwert |
| 1987 BW |
84
/ 96 |
4
- 20580 |
1690 |
80 |
1
- 8040 |
180* |
| 1992 BW |
78
/ 94 |
20
- 5410 |
340 |
19 |
1
- 20 |
4* |
| 1998 D |
52
/ 85 |
100
- 34600 |
6820 |
72 |
10
- 2200 |
520** |
BW=Baden-Württemberg,
D=Deutschland insgesamt
* Daten von Müller et al., 1997, Natural Toxins
** Daten aus mehreren Quellen zusammengestellt, vermutlich höherer
Anteil an Verdachtsproben.
Die Regenmengen
in 1987 in Baden-Württemberg in der Sommerperiode lagen um 50%
höher als im Jahr 1992. 1998 kann ähnlich wie 1987 als sogenanntes
Fusarium-Jahr eingestuft werden.
DON ist das am häufigsten vorkommende Mykotoxin
in deutschen Getreideproben. Die höheren Werte bei hohen Niederschlagsmengen
in der Vegetationsperiode sind
auffällig.
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