Themen zur Tierernährung
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Ist eine Getreidecharge als belastet erkannt, so gilt es, ihre Fütterungswürdigkeit einzuschätzen. Für Schweine sind Werte von weniger als 1 mg DON pro kg lufttrockenen Futtermittels als noch tolerierbar einzustufen. Dieses bedeutet, dass in Einzelfällen nach Beginn der Fütterung eines solchen Futtermittels leichte Rückgänge der Futteraufnahme in Kauf genommen werden müssen. Getreidechargen, die entsprechend belastet sind, können durch Verschneiden verwertet werden. Bei Zearalenonbelastungen ist die Verwendung bei ganz jungen weiblichen Tieren zu vermeiden, Sauen sollten längerfristig ebenfalls vor höheren Zearalenonaufnahmen (über 250 Mikrogramm pro kg) geschützt werden.

Nach wie vor intensiv diskutiert wird die Wirksamkeit von sogenannten Toxinbindern, eventuell im Zusammenwirken mit einem Enzymzusatz, der die Toxine abbauen kann. Eine allgemeine Beurteilung der Wirksamkeit solcher Zusatzstoffe verbietet sich. Eine gewisse Zurückhaltung ist aber angezeigt. Der Toxinbinder muss einerseits effektiv andererseits aber spezifisch genug sein. Bei der unterschiedlichen Verhaltensweise allein der Trichothecene ist leicht abzuleiten, wie schwierig die eventuelle Wirksamkeit eines solchen Binders (Silikate, Bentonite, auch Zellwandmaterialien werden eingesetzt) vorherzusagen ist. Praxisbeobachtungen scheinen einerseits eine realistische Wirksamkeit zu beweisen, andererseits sind unter solchen Bedingungen auch Nebeneinflüsse wie etwa Adaptationseffekte, zu berücksichtigen.

Aber auch die Rationsgestaltung lässt einige Möglichkeiten der Verwendung belasteter Chargen offen.

Bei Werten über 2 mg DON und über 500 Mikrogramm Zearalenon ist Vorsicht angebracht. Verschneiden, eine Verwendung als Feuchtfutter (auch um die Einatmung belasteten Staubes zu verhindern), eventuell auch ein Einsatz beim Wiederkäuer sind als Alternative in Erwägung zu ziehen. Auch Mastgeflügel erwies sich gegenüber derartigen DON-Belastungen als ausgesprochen resistent.

Die obigen Ausführungen zeigen, dass es sowohl für Trichothecene wie auch bei Zearalenon eine altersbedingte Anpassung gibt, dass also ältere Tiere widerstandsfähiger sind als junge. Erfahrungsgemäß ist allgemein Hühner-Geflügel auch widerstandsfähiger als das Schwein. Mittlere DON- und Zearalenonbelastungen -z.B. in Mais- werden von Mastbullen in der Regel ohne messbare Zuwachseinbußen toleriert.

Zum Schluss sei noch kurz erwähnt, wie mit erheblich von Fusarientoxin belastetem Getreide zu verfahren ist. Ist die Verfütterungswürdigkeit nicht mehr gegeben, kommen Kompostierung, Fermentation in der Biogasproduktion und Verbrennen in Frage. Beim Kompostieren muss mit erheblichen Sporenbelastungen des Fertigkompostes gerechnet werden. Die Erfahrungen mit der Biogasproduktion sind nur begrenzt. Theoretisch müssten auch höher kontaminierte Chargen gut verwertet werden, freilich ist mit einer antibiotischen Wirkung vieler Mykotoxine zu rechnen, so dass die Dosierung von der Kontaminationshöhe abhängig sein dürfte.

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