Themen zur Tierernährung
1 / 14

Prof. Drs. Drs. h.c. Winfried Drochner

Neues zu Mykotoxinen und deren
Problematik in der Fütterung




Prof. Drs. Drs. h.c. Winfried Drochner
Institut für Tierernährung
Universität Hohenheim

1. EINLEITUNG
Mykotoxine sind Produkte des Sekundärstoffwechsels einer großen Zahl von Pilzen. Per Konvention unterscheidet man bei Futtermittelpilzbefall zwischen Feldpilzen und Lagerungspilzen.

Als Futtermittelverderbniserreger spielen unter den Feldpilzen die Fusarien eine maßgebliche Rolle, unter den Lagerungspilzen die Aspergillen und Penicillien.

Fusarien sind einfache Pilze, die das Getreide überwiegend vom Boden aus über Sporen, vor allem in der Phase der Blüte, infizieren. Penicillien und Aspergillen entwickeln sich in aller Regel erst bei der Lagerung.

So wird verständlich, dass es in erster Linie die Feldpilze sind, die in ihrer Entwicklung von den Bedingungen der Kultivierung (Witterung, Vorfrucht, Infektionsdichte) abhängig sind. Die Bildung von Toxinen der Lagerungspilze ist dagegen vorrangig abhängig von den Ernte- und den sich anschließenden Lagerungsbedingungen.

2. Toxine und ihre Wirkungen
Die Bedeutung der Lagerungspilze und ihre Toxinbildung (Ochratoxine und Aflatoxine) ist vielfach beschrieben worden. Häufigkeit und auftretende Konzentrationen sind einerseits in erster Linie eine Konsequenz unzureichender Nacherntetechnologien (Ochratoxine) also der Futtermitteltrocknungs-, Reinigungs- und Lagerungsbedingungen; die Aflatoxine sind andererseits vorrangig ein Importproblem, welches Getreide- und Körnerfrüchte der Tropen und Subtropen betrifft. Offensichtlich sind die durchschnittlichen Lagerungstemperaturen in gemäßigten Zonen zu niedrig, um reale Dispositionen für Aflatoxinbelastungen zu schaffen. Die üblichen toxinbildenden Aspergillenstämme bilden nur unter höheren durchschnittlichen Umwelttemperaturen entsprechende Toxinmengen.


Seiten:
1
9 10 11 12 13 weiter lesen...

Zurück