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Die Tiere
der Kontrollgruppe erhielten weiterhin ein- bis zwei Kalziuminfusionen
nach der Kalbung, d.h. es wurde eine Behandlung der Transitkühe
mit sauren Salzen verglichen mit einer weiteren "Positiv-Behandlung".
Der Merkmalsvergleich wurde zwischen aufwendig behandelten Tieren
und solchen Tieren durchgeführt, die lediglich eine saure
Ration gefressen haben - ohne jede weitere Behandlung. Eine entsprechende
"Null-Variante" bzw. Kontrolle ohne Behandlung stand
in diesem Praxisversuch nicht zur Verfügung.
Bei Verwendung von Kalziumchlorid als anionisches Salz zur Absenkung
der DCAB wird den Tieren neben dem Anion Chlorid gleichzeitig
auch Kalzium zugeführt, was letztlich dem klassischen Konzept
der Milchfieberprophylaxe scheinbar widerspricht. Wie aber aus
früheren Untersuchungen bekannt ist, hat der Anionengehalt
im Futter einen größeren Einfluss auf die Milchfiebererkrankung
als der Kalziumgehalt.
Da der Einsatz von sauren Salzen die Kalziumausscheidung über
den Harn fördert, wird nach MAYBERRY und SUNDBERG (1993)
sowie HORST et al. (1994) bei dieser Maßnahme eine Forcierung
der Kalziumaufnahme auf 120-150 g je Tier und Tag empfohlen. Die
Versuchstiere erhielten mit einer Menge von 300 g Calci-Cap 75
zusätzlich zu den 5,3 g Kalzium je Kilogramm aufgenommener
Trockenmasse der Futterration noch 90 g Kalzium je Tag. Damit
wurde dem höheren Bedarf an Kalzium ausreichend Rechnung
getragen. Im Versuch wurde das saure Salz vollständig in
die TMR eingemischt. Die Futtervorlage erfolgte einmal täglich.
Letztlich standen bei einer Futteraufnahme von 13 kg Trockenmasse
der DCAB von insgesamt + 3302 meq aus der Futterration eine DCAB
von - 4061 meq durch den Einsatz von 300 g Calci-Cap 75 gegenüber.
Dadurch ergab sich eine Gesamtbilanz von - 58 meq/kg T. Eine messbar
verminderte Akzeptanz des Calci-Cap 75 war im Mittel der Tiere
nicht festzustellen.
Es sollten insbesondere die Belastung des Kalziumstoffwechsels
der Tiere im geburtsnahen Zeitraum quantifiziert und die Auswirkung
einer Veränderung der Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB) durch
den Einsatz von Calci-Cap 75 auf die Tiergesundheit und den Stoffwechsel
untersucht werden. Dazu wurden den Tieren in den letzten 14 Tagen
vor der Kalbung, am Tag der Kalbung und an den nachfolgenden 6
Tagen Blut- und Harnproben entnommen.
Der Gesundheitszustand der Tiere beider Gruppen war in den ersten
Wochen nach der Geburt insgesamt gut. Es gab weder in der Versuchs-
noch in der Kontrollgruppe einen Fall von Festliegen. Wie vorher
beschrieben, wurde aber jedes Tier der Kontrollgruppe (n=30) prohylaktisch
mit Infusionen um den Kalbezeitraum behandelt. In der Versuchsgruppe
(n=40) dagegen musste keines der Tiere hinsichtlich eines Kalziummangels
behandelt werden, lediglich ein Tier erhielt eine Phosphor-Glukose-Infusion.
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