Themen zur Tierernährung
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Seit kurzer Zeit aber gibt es ein Produkt, bei dem durch die Ummantelung des geschmacklich problematischen Salzes mit einer Fettkapsel dieses Problem größtenteils gelöst werden sollte.

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hat in einem Praxisbetrieb, dessen Herdendurchschnittsleistung bei mehr als 200 Milchkühen 10.400 kg Milch je Kuh betrug, über einen Zeitraum von einem halben Jahr Effekte einer Veränderung der DCAB durch den Einsatz von gekapseltem Kalziumchlorid in der Ration der Transitkühe auf das Auftreten der Gebärparese untersucht. Darüber hinaus wurden die Auswirkungen im Organismus, d.h. der Kalziumhaushalt und die Veränderungen im Säuren-Basen-Haushalt sowie die Akzeptanz des angebotenen Futters beurteilt.

Um dem Hauptproblem, der geringen Schmackhaftigkeit von sauren Salzen zu begegnen, der nach OETZEL und BARMORE (1993) bei Kalziumchlorid am ausgeprägtesten ist, hat die Handelsgesellschaft für Spezialfuttermittel mbH bei dem Produkt Calci-Cap 75 das Kalziumchlorid mit einem verdaulichen Mantel maskiert, also eingekapselt.

Versuche von WESTENHOFF (2000), in denen gekapseltes Kalziumchlorid im Mischfutter mit nicht gekapseltem Kalziumchlorid verglichen wurde, ergaben signifikant höhere Futteraufnahmen beim Zusatz des mit der Fettkapsel umgebenen Salzes. Das Kontrollfutter ohne Salzzulage wurde darüber hinaus aber dennoch bevorzugt. Deshalb geht die Autorin von einer noch immer verminderten, im Vergleich zum puren Salz aber verbesserten, Akzeptanz des gekapselten Salzes aus.

Für den Versuch wurde speziell ein Betrieb ausgewählt, in dem nach Aussagen des Betriebsleiters in der Vergangenheit 20% der abgekalbten Tiere an akutem Milchfieber litten. Deshalb erhielten nahezu alle Tiere des Betriebes rein prophylaktisch zum Zeitpunkt der Kalbung bzw. unmittelbar danach eine, im Bedarfsfall auch zwei (in den meisten Fällen 0,5 Tage nach der ersten Infusion) kombinierte Kalzium-Phosphor-Glukose-Infusionen. Ein Grund für die relativ hohe Erkrankungsrate der Tiere könnte neben der hohen Milchleistung auch der Umstand sein, dass aus arbeitswirtschaftlichen Gründen die Transitkühe die Ration der hochleistenden Gruppe erhielten, die nicht auf einen optimalen DCAB-Wert eingestellt wurde, sondern stattdessen neben Futterkalk vor allem auch Natriumbicarbonat und Sodagrain-Weizen enthielt. Diese Rationskomponenten sollten aufgrund ihres sehr hohen Kationenüberschusses normalerweise keine Bestandteile von Rationen für Transitkühe sein.

So wies die Ration eine DCAB von + 254 meq/kg T auf. Zur wirksamen Milchfieberprophylaxe wird hingegen ein azidierender Effekt mit einer Kationen-Anionen-Bilanz von - 50 bis -150 (KAMPHUES, 1996) bzw. -250 (BEEDE, 1991) meq/kg T angestrebt. Dieses Ziel wurde durch eine Zugabe von 300 g des Sauren-Salz-Gemisches Calci-Cap 75 der Handelsgesellschaft für Spezialfuttermittel mbH erreicht. Calci-Cap 75 ist ein Einzelfuttermittel, welches zu 75 % aus Kalziumchlorid (27 % Kalziumionen und 48 % Cloridionen) besteht und einen DCAB-Wert von -13.536 meq/kg hat.

Die Futterration der 30 Kontroll- und 40 Versuchstiere war, bis auf die Menge an Calci-Cap 75, identisch, wobei die Versuchs- und Kontrollvariante nacheinander durchgeführt wurden.

 

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