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Vorstellungen über die Akzeptanz des Futters sind zum einen von
rein futtermittelkundlichem Interesse, zum anderen sind sie aber auch
für den Tierarzt vor Ort von größter Bedeutung, da im
Rahmen der Anamnese Fragen zur Futteraufnahme (wie üblich, eher
weniger, "mäkeln" am Futter, verweigern das Futter) zum
tierärztlichen Vorgehen im vermuteten Schadensfall gehören
(KAMPHUES 1995b). Der Tierarzt steht gar nicht selten vor der Frage,
ob die geringere Futteraufnahme eine pathophysiologische Konsequenz
einer ablaufenden Infektion darstellt oder ob es sich hierbei um ein
eigenständiges Problem handelt ("auch gesunde Schweine fressen
nicht alles"). Bei den in Übersicht 6 dargestellten Faktoren
und Beobachtungen handelt es sich zum Teil um aus der Futtermittelkunde
bekannte Zusammenhänge (z.B. Effekte zu hoher Anteile von Rapsschrot
etc.), zum Teil aber auch um Erkenntnisse, die nur im Rahmen der Beschäftigung
mit Praxisproblemen zu gewinnen sind (z.B. Knöterichsamen, CaCO3-Überdosierungen,
Rösteffekte an Einzelkomponenten) bzw. eine intensive Sinnenprüfung
des Futters (inkl. Lupenbetrachtung, vgl. KAMPHUES et al. 1999) sowie
mikroskopisch-warenkundliche Untersuchungen (KAMPHUES 1998d) oder gar
aufwendigere analytische Arbeiten (z.B. Nachweis einer Vitamin D-Überdosierung)
erfordern.
4. ERKENNEN FÜTTERUNGSBEDINGTER
SCHADENSFÄLLE IM SCHWEINEBESTAND
Aus längerer
Erfahrung mit dieser Thematik lassen sich auch entscheidende Voraussetzungen
für eine ätiologische Klärung ableiten (Übersicht
7). Auch wenn einzelne Fälle sehr schnell mit eventuell nur einer
einzigen Untersuchung geklärt werden konnten (z.B. Futterverweigerung
nach hoher DON-Belastung des Futters), so ist die Aufklärung von
Schadensfällen häufig doch viel schwieriger.
Übersicht 7:
Voraussetzungen für das Erkennen fütterungsbedingter Schadensfälle
im Schweinebestand (KAMPHUES 1996a, modifiziert)
- Kenntnisse über
Futtermittel und Fütterungspraxis sowie von Schweinekrankheiten
(Differentialdiagnosen!)
- Informationen
aus nutritiver Anamnese, Befundung von Futter (nebst "Umfeld"),
klinischer bzw. post mortem-Untersuchung und veranlassten Analysen
- Vorstellungen/Erfahrungsspektrum
zu Mängeln an Futter und Fütterung
unter Praxisbedingungen und deren Konsequenzen ( -> Pathophysiologie
etc.)
- Kooperationsbereitschaft
aller Beteiligten/Verantwortlichen (Lieferant, Tierarzt, Untersuchungseinrichtung)
--> Qualität des Vorberichts bei Einsendungen?
- Bereitschaft
zur Kostenübernahme bei aufwendigeren Untersuchungen
am Futter bzw. an Tieren (limitiert nicht selten Aufdeckung der Ursache)
Insbesondere ist
hier der Hinweis notwendig, dass in einem möglicherweise nutritiv
bedingten Schadensfall die gedankliche Fokussierung auf das Futter allein
nicht zum Ziele führt, weil eben nicht klar ist, ob das Futter/die
Fütterung überhaupt ursächlich relevant ist/sind. Diese
Problematik soll an einem Fallbeispiel (Übersicht 8) einmal näher
erläutert werden, in dem als
einzige vorberichtliche Information zum eingesandten Futter ein Futteraufnahmerückgang
und ein Kümmern abgesetzter Ferkel vorlag (ZENTEK u. MISCHOK 1997)
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