Themen zur Tierernährung
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2.3 EIN BESONDERES BESTANDSPROBLEM: UNBEFRIEDIGENDE FUTTER-AUFNAHME

Wie aus der Übersicht 1 hervorgeht, ist eine unbefriedigende Futteraufnahme gar nicht selten auch Anlass für die Einsendung von Futterproben zur Qualitätskontrolle. Im Sommer 2001 wurde mit einer ganzen Serie von Berichten in landwirtschaftlichen Medien ein breiteres Interesse auf dieses Problem gelenkt. Bei Verwendung einer bestimmten Fettqualität kam es in mehreren Mischfutterwerken Norddeutschlands zu einer wohl einmaligen Reklamationswelle: Mit Einsatz der neuen Mischfuttercharge verweigerten gesunde Schweine die Futteraufnahme total bzw. fraßen abrupt so wenig, dass es den Tierbesitzern auch sofort auffiel. Mit Austausch und Ersatz durch ein neues Mischfutter (ohne die besagte Fettqualität) erreichte die Futteraufnahme auch wieder das gewohnte Niveau, so dass hiermit ein chargenspezifischer Mangel in der Futterqualität (d.h. in der Schmackhaftigkeit) belegt/bewiesen war. In der Übersicht 6 ist eine größere Anzahl ähnlich gelagerter Fälle einmal zusammenfassend vorgestellt, in denen das Futter an sich Anlass für eine auffallend geringe Futteraufnahme bei klinisch gesunden Schweinen war.

Übersicht 6: Das Futter selbst als Ursache für eine unbefriedigende Futteraufnahme bei Schweinen

Futterkomponenten

  • zu hohe Anteile von Raps, Roggen, Leguminosen, Blutmehl, Vinasse, Trester
  • fehlerhafte Bearbeitung wie Hitzeschäden (Rösteffekte)
  • "selbsterhitztes" Getreide
  • verschimmelte Einzelkomponenten

Futterkontaminationen

  • Unkrautsamen (z.B. Knöterichsamen)
  • Vomitoxinbelastung (Mykotoxin DON)
  • Glasbruch und ähnliche Verunreinigungen
  • Verpackungsmaterialien (Speiseresteverwertung)

Futtersensorik

  • geruchliche Mängel (H2S/NH3)
  • "Stall-Geruch" (Ferkel)

Futterstruktur

  • zu fein, zu staubig/zu dünn (Trockensubstanz)
  • Pelletierungsfehler (Härte, Röstung)

Nährstoffgehalt und -qualität

  • zu hoher Rohaschewert, insbesondere CaCO3
  • Rohfettqualität (etliche Schadensfälle im Sommer 2001!)
  • zu hoher Rohfasergehalt

Zusatzstoff-Fehldosierungen

  • Spurenelemente (Cu!)
  • Vitamine (s. Vitamin D-Fall)
  • freie Säuren (Ameisensäure)
  • Leistungsförderer (früher z.B. Chinoxaline)

Zusätze zum Futter

  • Arzneimittel (Fütterungsarzneimittel¸ vlg. KAMPHUES 1996c)
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