Themen zur Tierernährung
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2.3 Fehler in der Rezeptur/Mischfutterherstellung

Die verschiedenen Einzelkomponenten, die schließlich im fertigen Mischfutter enthalten sind/sein müssen, werden auf dem landwirtschaftlichen Betrieb bzw. in der Mischfutterindustrie mittels geeigneter Mischtechniken entsprechend einer Rezeptur/Kalkulation zusammengefügt. Dementsprechend kann es auf dieser Produktionsstufe zu sehr unterschiedlichen Fehlern und auch technischen Pannen kommen (Übersicht 4).

Übersicht 4: Fehler in der Rezeptur/Rationsgestaltung

Komponentenverwechslung

  • Ordnung im Futtermittellager, Kennzeichnung von Gebinden?
    (vgl. KAMPHUES 1994)

Dosierung von Komponenten wie z.B. Futterkalk, Mineralfutter, Eiweißergänzer

  • Volumen bzw. Gewichte als Maße, korrekt? (vgl. LANDES et al. 1996)

Mangelnde Beachtung notwendiger Limitierungen von Einzelfuttermitteln

  • Rapsextraktionsschrot, Roggen, Blutmehl (früher), Leguminosen!
    > Akzeptanz des Futters? (vgl. KAMPHUES et al. 1995)

Trockensubstanzgehalte im Flüssigfutter

  • (Zuteilung von Molke, halbtrockenen Produkten wie CCM etc.;
    vgl. COENEN 1998c)

Bewusster Verzicht auf bestimmte Ergänzungen (z.B. in biologisch arbeitenden Betrieben (vgl. KAMPHUES 1998b)

Untergehalte in Vormischungen bzw. in Ergänzungsfuttermitteln
(falsch deklariert)

  • Fehler/Verantwortlichkeit des Lieferanten (vgl. KAMPHUES et al. 1995)

Die Fehlermöglichkeiten auf dieser Stufe sind sehr vielfältig, sie reichen von einer falschen Beschriftung von Vormischungen (in deren Folge z.B. ein Ionophor in absoluter Überdosierung in ein Mischfutter für Absetzferkel kam) über falsche Einschätzungen von Volumina und Massen (nicht selten auf selbstmischenden landwirtschaftlichen Betrieben) bis hin zu einer Rezepturgestaltung, bei der nur "auf den Preis" optimiert wurde (und somit verschiedene preislich sehr günstige, in der Schmackhaftigkeit aber dann nachteilige Komponenten in zu hohen Anteilen vertreten waren). Ein nicht selten anzutreffendes Problem auf Betrieben mit Flüssigfütterung ist eine Fehleinschätzung des tatsächlich erreichten Trockensubstanzgehalts im Flüssigfutter, das schließlich im Trog ankommt. Die Nährstoffgehalte im Ergänzungsfutter (Soll-Ist-Wert-Vergleich!) und die Dosierung des Ergänzungsfutters auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ergaben wiederholt "unerwartete Ergebnisse" (vgl. LANDES et al. 1996).

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