Themen zur Tierernährung
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2. DIE VIELFALT VON FÜTTERUNGSFEHLERN UND IHRE ENTSTEHUNG

Voraussetzung für die Aufdeckung/Klärung möglicherweise nutritiv bedingter Probleme im Schweinebestand sind Vorstellungen über die Art der Fehler (am Futter/in der Fütterung) und Zeitpunkt/Lokalisation ihrer Entstehung (besonders wichtig für Maßnahmen der Korrektur wie auch für die Prophylaxe, d.h. Vermeidung ähnlicher Probleme in der Zukunft).

Übersicht 2: Ursachen fütterungsbedingter Gesundheitsstörungen und Leistungseinbußen im Schweinebestand

Fehler
1.
Über-/Unterversorgung (mit Energie und Nährstoffen organischer und anorganischer Art)
2.
Qualitätsmängel am Einzel-/Mischfuttermittel (Kontamination/ Verderb/falsche Bearbeitung)
3.
Fehler in der Rezeptur/Rationsgestaltung (Mischfehler, Anteile "kritischer" Komponenten)
4.
Fehler in Fütterungs- und Tränketechnik (Dosierung? Entmischung? Wasserverfügbarkeit?)
Zeitpunkt/Lokalisation ihrer Entstehung
1.
Gewinnung/Ernte des Einzelfuttermittels mit anschließender Konservierung/Lagerung und Bearbeitung
2.
Herstellung der Mischung/Mischprozess (Zusammenführen der verschiedenen bearbeiteten Komponenten)
3.
Transport/Lagerung des fertigen Mischfutters (Kontamination, Verderb und Entmischung)
4.
Zuteilung des fertigen Mischfutters (Dosierung)
5.
Art und Technik der Wasserversorgung

Nachfolgend soll anhand ausgewählter Fallbeispiele die Art der Fehler näher erläutert werden, ohne dass hiermit der Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden könnte. Vielmehr ist es das Ziel, anhand ausgewählter Fälle Vorstellungen über das Spektrum von Mängeln in Futter und Fütterung zu vermitteln, mit denen das Institut konfrontiert wurde.

2.1 Über- und Unterversorgung mit Energie und Nährstoffen

Die Energieversorgung laktierender Sauen ist und bleibt bei großen Würfen und hoher Milchleistung ein Problem. Neben der Energiedichte ist gerade die Schmackhaftigkeit des Mischfutters für laktierende Sauen ein entscheidendes Qualitätskriterium, bei diesbezüglichen Mängeln (s. später) sind große Körpermasseverluste in der Laktation (und nachfolgende Fruchtbarkeitseinbußen) zu erwarten (COENEN 1998a).

Früher spielten in diesem Zusammenhang Nährstoffmängel eine wichtige Rolle (WIESNER 1967), heute ist allenfalls unter besonderen Fütterungs- und Haltungsbedingungen noch mit klassischen Mängelsituationen zu rechnen (z.B. bei bewusstem Verzicht auf eine Spurenelementergänzung in der alternativen Tierhaltung - KAMPHUES 1998b; z.B. Zinkmangel bedingte Parakeratose - HENNIG et al. 1999).

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