Themen zur Tierernährung
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FÜTTERUNGSBEDINGTE SCHADENSFÄLLE IM SCHWEINEBESTAND
- ERKENNEN UND VERMEIDEN!

Prof. Dr. Josef Kamphues
Institut für Tierernährung
Tierärztliche Hochschule Hannover

1. EINLEITUNG

Ohne jeden Zweifel zählt die Fütterung zu den wesentlichen Umwelteinflüssen, die den wirtschaftlichen Erfolg der Nutztierhaltung mitbestimmen. Gesundheit, Wohlbefinden und die Ausschöpfung des genetischen Leistungspotentials hängen maßgeblich davon ab, inwieweit es gelingt, die Fütterung den genannten Zielvorgaben anzupassen (KAMPHUES 1998a). Hierbei ist die bedarfsgerechte Energie- und Nährstoffversorgung eine wesentliche, aber bestimmt nicht die einzige Voraussetzung für hohe Leistungen in einem Tierbestand (KAMPHUES 1991, 1996a, 2001).

Für eine in der tierärztlichen Ausbildung engagierte Tierernährung ist es absolut essentiell, sich mit den besonderen Bedingungen näher zu befassen, unter denen es - aufgrund von Fehlern in der Fütterung - zu Gesundheitsstörungen und Leistungseinbußen kommt bzw. kommen kann. Diesbezüglich müssen entsprechende Erfahrungen gesammelt, Vorstellungen gewonnen und vermittelt und nicht zuletzt Konzepte entwickelt werden, wie derartige Zusammenhänge aufgedeckt, korrigiert und vermieden werden können (KAMPHUES 1995a). Es geht eben nicht um eine Kasuistik nach dem Motto "wieder ein interessanter Fall", sondern um das Verständnis von komplexen Zusammenhängen, die am Einzelfall modellhaft heraus zu arbeiten und zu verdeutlichen sind. Im Unterschied zu Fütterungsberatern der Kammern, der Mischfutterindustrie oder sonstigen Verbänden und Vereinigungen ist der einen Tierbestand betreuende Tierarzt bzw. ein Tierernährungsinstitut an einer veterinärmedizinischen Bildungsstätte gerade dann gefordert, wenn mit dem Futter oder der Fütterung "etwas nicht stimmt" (worauf auch immer sich eine solche Vermutung stützt).

Für die Ausführungen insgesamt ist vorweg eine Differenzierung hilfreich und notwendig: Fütterungsbedingte Probleme können sowohl ihre Ursache im Futter an sich (Einzel-/Mischfutter) als auch in der Art der Zubereitung und Verabreichung (= Fütterung) haben. Schließlich zählt zum letztgenannten Bereich auch die Wasserversorgung, in der Vergangenheit eher ein "Stiefkind" der Tierernährung (KAMPHUES 2000, KAMPHUES u. SCHULZE-HORSEL 1998). Des Weiteren ist bei Schadensfällen in einem Tierbestand zwischen klinisch manifesten Gesundheitsstörungen auf der einen und den Leistungseinbußen auf der anderen Seite zu unterscheiden, wenngleich häufig beide Effekte parallel auftreten (ist aber nicht zwingend, wie beispielsweise eine verminderte Futteraufnahme aufgrund mangelhafter Schmackhaftigkeit des Futters beweist).


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