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1. EINLEITUNG
Ohne jeden
Zweifel zählt die Fütterung zu den wesentlichen Umwelteinflüssen,
die den wirtschaftlichen Erfolg der Nutztierhaltung mitbestimmen.
Gesundheit, Wohlbefinden und die Ausschöpfung des genetischen
Leistungspotentials hängen maßgeblich davon ab, inwieweit
es gelingt, die Fütterung den genannten Zielvorgaben anzupassen
(KAMPHUES 1998a). Hierbei ist die bedarfsgerechte Energie- und
Nährstoffversorgung eine wesentliche, aber bestimmt nicht
die einzige Voraussetzung für hohe Leistungen in einem Tierbestand
(KAMPHUES 1991, 1996a, 2001).
Für eine in der tierärztlichen Ausbildung engagierte
Tierernährung ist es absolut essentiell, sich mit den besonderen
Bedingungen näher zu befassen, unter denen es - aufgrund
von Fehlern in der Fütterung - zu Gesundheitsstörungen
und Leistungseinbußen kommt bzw. kommen kann. Diesbezüglich
müssen entsprechende Erfahrungen gesammelt, Vorstellungen
gewonnen und vermittelt und nicht zuletzt Konzepte entwickelt
werden, wie derartige Zusammenhänge aufgedeckt, korrigiert
und vermieden werden können (KAMPHUES 1995a). Es geht eben
nicht um eine Kasuistik nach dem Motto "wieder ein interessanter
Fall", sondern um das Verständnis von komplexen Zusammenhängen,
die am Einzelfall modellhaft heraus zu arbeiten und zu verdeutlichen
sind. Im Unterschied zu Fütterungsberatern der Kammern, der
Mischfutterindustrie oder sonstigen Verbänden und Vereinigungen
ist der einen Tierbestand betreuende Tierarzt bzw. ein Tierernährungsinstitut
an einer veterinärmedizinischen Bildungsstätte gerade
dann gefordert, wenn mit dem Futter oder der Fütterung "etwas
nicht stimmt" (worauf auch immer sich eine solche Vermutung
stützt).
Für die
Ausführungen insgesamt ist vorweg eine Differenzierung hilfreich
und notwendig: Fütterungsbedingte Probleme können sowohl
ihre Ursache im Futter an sich (Einzel-/Mischfutter) als auch
in der Art der Zubereitung und Verabreichung (= Fütterung)
haben. Schließlich zählt zum letztgenannten Bereich
auch die Wasserversorgung, in der Vergangenheit eher ein "Stiefkind"
der Tierernährung (KAMPHUES 2000, KAMPHUES u. SCHULZE-HORSEL
1998). Des Weiteren ist bei Schadensfällen in einem Tierbestand
zwischen klinisch manifesten Gesundheitsstörungen auf der
einen und den Leistungseinbußen auf der anderen Seite zu
unterscheiden, wenngleich häufig beide Effekte parallel auftreten
(ist aber nicht zwingend, wie beispielsweise eine verminderte
Futteraufnahme aufgrund mangelhafter Schmackhaftigkeit des Futters
beweist).
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