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Die natürlichen Bedingungen sind vor allem für die Milchviehhaltung von großer Bedeutung. Milde Winter in Neuseeland, Australien und in Teilen Südamerikas erlauben es Landwirten, ihre Kühe ganzjährig auf der Weide zu lassen. Das führt zu erheblichen Kostenvorteilen, weil keine Ställe gebaut werden müssen und die mit der Stallhaltung assoziierten Kosten (Fütterung, Einstreu, Stroh- bzw. Güllelagerung und -ausbringung) gering gehalten werden können (ISERMEYER, 1988). In der Rindermast ist der auf die natürlichen Bedingungen zurückzuführende Kostenvorteil der Standorte auf der Südhemisphäre ähnlich hoch wie bei der Milchproduktion. Anders als bei Milch gelingt es hier jedoch Standorten in Nordamerika, durch Feedlot-Haltung eine Zwischenstellung zwischen den europäischen Betrieben und den Weidehaltungssystemen der Südhemisphäre einzunehmen. Bei der Mutterkuhhaltung ist die ganzjährige Weidehaltung nicht nur auf der Südhalbkugel, sondern auch in Nordamerika weit verbreitet. Zunehmend gehen auch Standorte in Mitteleuropa zu dieser kostengünstigen Haltungsform über (DEBLITZ, 1993). Nach Einschätzung der Experten aus Übersee hat das kostengünstige Produktionssystem "ganzjährige Weidehaltung von Mutterkühen; Ausmast in Feedlots" gute Aussichten, sich im Laufe der Zeit auch in Süd- und Zentraleuropa zu verbreiten. Der Versuch einer Übertragung dieses Produktionssystems aus Übersee nach Europa könnte allerdings in vielen Regionen daran scheitern, dass zu hohe Niederschläge Probleme bereiten. In anderen Regionen könnten die hohen Hürden der staatlichen Genehmigungsverfahren eine Ausbreitung verhindern. Die Experten aus Übersee vertraten die Einschätzung, dass viele der unrentablen kleinen Milchviehbetriebe in den Grünlandregionen Europas im Laufe der kommenden Jahrzehnte zu Mutterkuhbetrieben umgewandelt werden. In jenen Regionen, in denen die regionalen Gegebenheiten eine großbetriebliche Weidehaltung nicht zulassen, wird die Bedeutung der Mutterkuhhaltung im Nebenerwerb stark an Bedeutung gewinnen. Verglichen mit der Milchviehhaltung und der Rindfleischerzeugung dürfte der Einfluss der natürlichen Bedingungen in der Schweine- und Geflügelhaltung geringer sein. Die großen, auf Exportmärkte ausgerichteten Betriebe halten die Tiere überwiegend in Ställen. Andere Standortfaktoren beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit dieser Produktionszweige der Landwirtschaft erheblich. Standortfaktor "Nähe zu den Bevölkerungszentren" Die meisten Erzeugnisse der Tierhaltung lassen sich mit modernen Transportmethoden relativ kostengünstig über weite Distanzen verfrachten. Beispielsweise kostet der Transport haltbarer Milchprodukte um den halben Globus - bezogen auf die Tonne Milch nur ca. 25 US-$, während die klimatisch bedingten Kostenunterschiede in der Milchproduktion zwischen den Gunststandorten der Südhalbkugel und
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