Themen zur Tierernährung
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Die Experten gehen übereinstimmend davon aus, dass nur der geringere Teil des globalen Nachfragezuwachses durch den weiter zunehmenden internationalen Handel bedient werden wird, der weitaus größte Teil durch eine Ausweitung der Agrarproduktion vor Ort. Allerdings wird der Handel höhere prozentuale Steigerungsraten aufweisen.

Wenn die Produktion vor allem an den Standorten des Nachfragezuwachses ausgedehnt wird, so bedeutet dies in der Konsequenz, dass der Anteil der Entwicklungs- und Schwellenländer an der Welterzeugung von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft deutlich zunehmen wird. Die Marktanalysten gehen davon aus, dass unter den Industrieländern vor allem Nordamerika in der Lage sein wird, durch Exportsteigerungen von der zunehmenden Weltnachfrage nach Lebensmitteln tierischer Herkunft zu profitieren. Demgegenüber wird für Europa eher eine Stagnation erwartet.

Mit diesen prognostizierten Trends werden im Wesentlichen die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit fortgeschrieben. Exemplarisch wird dies in den Tabellen 2 bis 4 zum Ausdruck gebracht:

  • Bei Schweinefleisch weisen Afrika, Südamerika und Asien mit Wachstumsraten über 3,5 % p. a. überdurchschnittlich hohe Zuwächse auf. Da Afrika von einem sehr niedrigem Niveau startet, fällt dies mengenmäßig kaum ins Gewicht. Nordamerika hat zwar mit 2,1 % nur eine leicht unterdurchschnittliche Wachstumsrate, doch fällt das mengenmäßige Wachstum wegen des hohen Ausgangsniveaus deutlich höher aus als in Südamerika (Tabelle 2).
  • Sowohl in der Schweine- als auch in der Eierproduktion ist China der mit weitem Abstand bedeutendste Standort. Voraussichtlich wird bereits in naher Zukunft jedes zweite Schwein der Erde in China stehen. Deutschland ist sowohl in der Schweine als auch in der Eierproduktion unter den Top Ten vertreten, jedoch als einziger westlicher Standort mit negativen Wachstumsraten. Bei der Interpretation müssen allerdings die Sondereinflüsse der deutschen Einheit (starke Rückführung der ostdeutschen Tierbestände nach 1990) berücksichtigt werden (Tabelle 3).
  • Der Welthandel mit Schweinefleisch wird voraussichtlich doppelt so schnell wachsen wie die Welterzeugung. Da aber nur ein sehr kleiner Teil (3 %) der Welterzeugung international gehandelt wird, dürfen die großen Steigerungsraten für den Handel nicht überbewertet werden. Der weitaus größte Teil des Nachfragezuwachses wird auch künftig nicht über den zunehmenden internationalen Handel befriedigt, sondern durch Expansion der Erzeugung vor Ort. Die zunehmende Importnachfrage wird vor allem in Ostasien und Russland entstehen, und sie wird den FAPRI-Projektionen zufolge fast ausschließlich durch Exportzuwächse in Kanada und den USA gedeckt werden (Tabelle 4).
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