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Um ein Beispiel für die aus dem IFCN zu gewinnenden Ergebnisse zu geben,
wer-den in der Abbildung 1 für verschiedene Standorte Produktionskosten
und Erlöspreise für die Milcherzeugung dargestellt. Folgende Ergebnisse,
die in die in Kapitel 3 vorgestellten Experteneinschätzungen eingeflossen
sind, lassen sich hervorheben:
- Milch wird an
einigen wichtigen Produktionsstandorten auf der Südhalbkugel der Erde
(Neuseeland, Australien, Argentinien, Uruguay, Chile) zu Produktionskosten
erzeugt, die nur bei ungefähr 50 % der Produktionskosten in Mittel-europa
liegen (vgl. auch OSTROWSKI und DEBLITZ, 2001).
Abbildung 1:
Milchpreise und Produktionskosten für Milch im Jahr 1999

- Hauptgrund für
diesen Vorsprung sind klimatische Standortvorteile, die eine ganzjährige
Weidehaltung und einen Verzicht auf Stallbauten zulassen. Weitere
Standortvorteile ergeben sich bei den agrarstrukturellen Bedingungen
(Arrondierung der Betriebe), den wirtschaftlichen Bedingungen (Lohnsätze,
Opportunitätskosten für Boden) und den rechtlichen Rahmenbedingungen
(Vorschriften in verschiedenen Rechtsbereichen). Eine gründliche Analyse,
insbesondere der zuletzt genannten Zusammenhänge, steht allerdings
noch aus.
- Diese erheblichen
Kostenvorteile gegenüber der EU sind insofern von Bedeutung, als der
Transport haltbarer Milchprodukte von der südlichen auf die nördliche
Halbkugel sehr kostengünstig erfolgt. Der transportkostenbedingte
Wettbewerbsvorteil der EU-Produzenten bei der Belieferung der EU-Konsumenten
mit haltbaren Milchprodukten (Milchpulver, Käse, Butter) dürfte in
der Größenordnung von maximal 2,5 US-$/100 kg Milch liegen.
- Die wichtigsten
Produktionsstandorte der USA verfügen im Vergleich zu Europa nicht
über vorteilhaftere natürliche Bedingungen. Standortvorteile ergeben
sich allerdings im Bereich der Agrarstruktur sowie beim Einsatz neuer
Technologien (BST). Die Produktionskosten sinken mit zunehmender Bestandsgröße,
und zwar bis zu Betriebsgrößen, die jenseits des bisher in Mitteleuropa
üblichen Bestandsgrößenspektrums der Familienbetriebe liegen. Durch
die deutliche Aufwertung des Dollar gegenüber dem Euro schlagen sich
die strukturellen Vorteile der USA zur Zeit jedoch nicht mehr in günstigeren
Produktionskosten nieder.
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