Themen zur Tierernährung
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Das IFCN als Instrument zur quantitativen Analyse von Produktionssystemen und Produktionskosten

Bei zunehmender Liberalisierung und Globalisierung ist mit einem weiter steigenden Bedarf an international vergleichenden Analysen zu rechnen, die über Experteneinschätzungen hinausgehen und auf einer soliden betriebswirtschaftlichen Datengrundlage beruhen. Ein Expertennetzwerk, das derartige Analysen hervorbringen kann, gibt es bisher nicht. Eine geeignete betriebliche Datenbank fehlt ebenfalls. Die wenigen Ad-hoc-Studien, die in der Vergangenheit angefertigt wurden, zeigten immer wieder, dass eine einfache Zusammenführung von nationalen betriebswirtschaftlichen Datenbanken im globalen Maßstab (a) organisatorisch außerordentlich aufwendig ist und (b) wegen der vielfältigen methodischen Unterschiede bei der Datenerhebung und -aufbereitung oft keine belastbaren Ergebnisse hervorbringt (ISERMEYER, 1988).

Aus diesem Grunde hat die FAL vor einigen Jahren die Initiative zum Aufbau eines geeigneten organisatorischen und methodischen Instrumentariums für international vergleichende Analysen ergriffen (DEBLITZ et al., 1998). Mit dem International Farm Comparison Network (IFCN) wurde ein internationales Netzwerk ins Leben gerufen, in dem Wissenschaftler, Berater und Landwirte aus vielen verschiedenen Ländern zusammenwirken. Auf diese Weise soll im Laufe der Zeit ein universell einsetzbares Informationssystem entstehen, das in der Lage ist, bei Bedarf kurzfristig Antworten auf folgende Fragen zu geben:

  • Wie wird Landwirtschaft in den wichtigsten Erzeugungsregionen der Erde betrieben (Produktionssysteme, Produktionsmethoden)?
  • Wie hoch sind die Produktionskosten der wichtigsten Agrarprodukte im internationalen Vergleich?
  • Welches sind die wichtigsten Ursachen für Wettbewerbsvor- oder -nachteile?
  • Wie ist die Zukunftsperspektive der Erzeugungsregionen unter dem Einfluss von politischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, technologischen Entwicklungen und unternehmerischen Strategien?

Beim Aufbau und Betrieb des Netzwerks sollen möglichst in jedem beteiligten Land Wissenschaftler, Landwirte und Berater eng zusammenarbeiten. Das Konzept hierfür lehnt sich an ein Vorbild, das sich seit 1980 in der Politikberatung der USA sehr gut bewährt hat:

  • Im Netzwerk werden sogenannte "typische Betriebe" erfasst und unter Verwendung international harmonisierter Methoden quantitativ analysiert. Die typischen Betriebe sollen die Produktionsverhältnisse und die wirtschaftliche Situation in den wichtigsten Produktionsregionen möglichst zutreffend widerspiegeln.
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