Themen zur Tierernährung
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2 Entwicklung der Nachfrage und des Angebots in den wichtigsten Regionen

Nach Einschätzung von international renommierten Marktforschungsinstituten wer-den sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Tierproduzenten weltweit wahrscheinlich günstig entwickeln. Dieser Einschätzung liegt die Erwartung zugrunde, dass die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre (Südamerika, Ostasien, Russland) nur vorübergehender Natur waren und sich die volkswirtschaftlichen Rahmendaten - global gesehen - in den kommenden Jahrzehnten positiv weiterentwickeln werden. Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum und anhaltend nied-rige Getreidepreise (zwar leicht steigend, aber unter dem hohen Niveau Mitte der 90er Jahre verbleibend) werden die kaufkräftige Nachfrage nach Milch und Fleisch voraussichtlich weiter beleben.

Wie sich unter derartigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Nah-rungsmittelnachfrage zwischen 1993 und 2020 entwickeln könnte, haben Wissenschaftler eines internationalen Forschungskonsortiums mit Hilfe von Modellschätzungen vorherzusagen versucht (DELGADO et al., 1999). Die wichtigsten Ergebnisse werden in Tabelle 1 präsentiert und lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • In den Industrieländern wird die Nachfrage nach Nahrungsmitteln tierischer Herkunft, ausgehend von einem hohen Niveau, nur noch geringe Steigerungsraten aufweisen.
  • In den Entwicklungsländern wird die kaufkräftige Nachfrage hingegen wesentlich schneller wachsen. Dies ist einerseits auf das stärkere Bevölkerungswachstum und andererseits auf den zunehmenden Pro-Kopf-Verbrauch, ermöglicht durch wirtschaftliches Wachstum, zurückzuführen.
  • Im Jahr 2020 wird die Gruppe der Entwicklungsländer bei den Verbrauchsmengen in allen vier Verbrauchskategorien (Rind, Schwein, Geflügel, Milch) an der Gruppe der Industrieländer vorbeigezogen sein.

Eine differenziertere Bestandsaufnahme zeigt, dass der weitaus größte Teil des erwarteten Nachfragezuwachses auf Standorte in Asien und in Südamerika entfällt.

Es ist bemerkenswert, dass die in Tabelle 1 zusammengefasste Prognose zwar einerseits hohe Steigerungsraten für Angebot, Nachfrage und Handelsvolumen ausweist, dass andererseits aber kein nennenswerter Anstieg der Weltmarktpreise prognostiziert wird. Die Prognosen anderer Forschungseinrichtungen weisen in ähnliche Richtungen. Für die realen (d. h. inflationsbereinigten) Weltmarktpreise wird vorhergesagt, dass sie künftig nur noch leicht sinken werden, während sie früher eine stark abnehmende Tendenz hatten. Für die nominalen Weltmarktpreise (ausgedrückt in jeweiligen US-$) wird eine leicht steigende Tendenz vorhergesagt.

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