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Das Kernproblem der genannten Regionen besteht darin, dass die politischen und volkswirtschaftlichen Rahmendaten in vielen Fällen noch nicht den Ansprüchen internationaler Kapitalgeber genügen. Hohe Realzinssätze (z. B. in Argentinien mit ca. 20 %) bringen dies zum Ausdruck. Wenn es den Ländern in diesen Teilen der Erde gelingt, ihre politische und volkswirtschaftliche Stabilität weiter zu verbessern, wird das die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Tierhaltung deutlich erhöhen. Dieser Prozess wird allerdings zu einer kräftigen Erhöhung des Lohnniveaus führen, so dass sich auch hier kapitalintensive und arbeitsextensive Technologien durchsetzen werden. Da (a) die Verbesserung der politischen und volkswirtschaftlichen Rahmenbedin-gungen ein zeitraubender Prozess ist und da sich (b) auch die handelspolitischen Voraussetzungen für einen verstärkten Export von Agrarprodukten in die reichen Regionen der Welt nur ganz allmählich verbessern werden, ist kurzfristig nicht mit einem explosionsartigen Anstieg der Tierproduktion in Mittel- und Osteuropa bzw. Südamerika zu rechnen. Mittel- und langfristig erwachsen hier jedoch der Landwirtschaft in der bisherigen Europäischen Union und in Nordamerika sehr starke Wettbewerber. 3.3 Einschätzungen zur Wettbewerbsfähigkeit der wichtigsten Produktionsregionen Nachdem die Wirkung einzelner Standortfaktoren auf die Tierproduktion beleuchtet worden ist, wird in den folgenden Übersichtsdarstellungen der Versuch vorgenommen, die Stärken und Schwächen für die wichtigsten Produktionsregionen der Welt summarisch darzustellen. Die dabei erforderlichen Wertungen und Hervorhebungen bringen die auf dem FAL-Workshop zusammengetragenen Einschätzungen zum Ausdruck. Es ist unvermeidbar, dass dabei persönliche Wertungen von Teilnehmern eine Rolle spielen. Unbefriedigend bleibt bei derartigen Darstellungen auch, dass man mit hoch aggregierten Aussagen für sehr große Regionen den kleinräumig mitunter sehr verschiedenen Standortbedingungen innerhalb dieser Regionen nicht gerecht werden kann.
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