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Die wettbewerbsrelevanten rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich nicht nur in den Politikfeldern, die durch Agglomeration betroffen sind (v. a. Umwelt-, Tierseuchen-, Nachbarschaftsrecht), sondern auch in anderen Politikfeldern, deren Ausgestaltung für die Wettbewerbsfähigkeit der Tierhaltung von großer Bedeutung ist. Hier ist insbesondere die Tierschutzgesetzgebung zu nennen. Innerhalb der Europäischen Union konnte zwar der Rechtsrahmen für den Tierschutz einigermaßen angeglichen werden, jedoch zeigen die Diskussionen der zuständigen Minister über die Weiterentwicklung des Rechtsrahmens immer wieder, dass die Wertvorstellungen der Bevölkerung über die im Tierschutz anzulegenden Maßstäbe von Land zu Land sehr unterschiedlich sind. In vielen außereuropäischen Ländern liegen die gesetzlich verankerten Tierschutzstandards weit unterhalb des in der EU festgeschriebenen Niveaus, und es ist überhaupt nicht davon auszugehen, dass es in absehbarer Zeit zu einer globalen Annäherung der Standards kommen wird. Als ein weiteres wichtiges Konfliktfeld, das in Zukunft noch stark an Bedeutung gewinnen wird, ist schließlich die Gentechnik anzusprechen. Im außereuropäischen Raum ist die Nutzung gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft bereits jetzt verbreitet, und die im FAL-Workshop versammelten Experten hatten kaum Zweifel daran, dass diese Verbreitung weiter zunehmen wird. Die Haltung der Europäischen Union ruft bei den meisten Nicht-Europäern Unverständnis hervor. Man rechnet mit weiteren negativen Konsequenzen für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft, und man hält es für sehr unwahrscheinlich, dass Europa auf Dauer eine gentechnikfreie Landwirtschaft haben wird. Auf der wirtschaftlichen Ebene stellen sich die Erzeuger in verschiedenen Überseeregionen allerdings darauf ein, Sonderwünsche der europäischen Verbraucher in Bezug auf die Produktions- und Verarbeitungsmethoden gegebenenfalls zu erfüllen, insbesondere, falls ihnen im Zuge der weiteren Liberalisierung der Agrarhandelspolitik hierzu vermehrt die Chance gegeben wird. Es wird erwartet, dass sich gut organisierte Subsektoren herausbilden, die die Zertifizierung und Kontrolle der Produktionsmethoden erfolgreich vornehmen können.
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