Themen zur Tierernährung
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Standortfaktor "Verfügbarkeit unkritischer Standorte"

Mit zunehmender Entwicklung der Volkswirtschaften wächst die Vorzüglichkeit von Produktionsstandorten, an denen moderne, großstrukturierte Produktionsanlagen errichtet werden können, ohne in Konflikt mit der benachbarten Bevölkerung oder besonders schützenswerten Umweltgütern zu geraten. Nach Einschätzung der Experten hat dieser Standortfaktor speziell für die bodenunabhängige Tierproduktion, die besonders mobil ist, inzwischen sehr große Bedeutung erlangt.

Ein gutes Beispiel ist die Expansion der Tierhaltung in den dünn besiedelten, relativ trockenen Prärieregionen in Nordamerika. Hier haben in den vergangenen Jahren umfangreiche Neuansiedelungen von Viehbetrieben stattgefunden. Die Vertreter aus Nordamerika legten jedoch auch dar, dass die Expansion großer Tierhaltungsbetriebe in den USA ebenfalls kritisch von der Öffentlichkeit begleitet werde und dass inzwischen eine gewisse Verknappung der potenziellen Investitionsstandorte festzustellen sei. Daher konkurrieren investitionswillige Unternehmen verschiedener Branchen (Schwein, Geflügel, Rind, Milch) um die knapper werdenden Gunststandorte.

Besonders ungünstige Rahmenbedingungen für eine weitere Ausdehnung der Tierhaltung, insbesondere für die Etablierung großer Produktionsbetriebe, bestehen in den dicht besiedelten Regionen in Mitteleuropa und teilweise auch in Ostasien. Für Bevölkerungszentren, die nicht über ausreichende Agrarflächen verfügen und daher auf einen Import von Nahrungsmitteln angewiesen sind (z. B. Ostasien), sind die Milchviehhaltung (für das Frischproduktensegment) und die Geflügelhaltung die interessantesten Tierhaltungszweige. Durch die besonders günstige Futterverwertung des Geflügels werden sowohl der erforderliche Futtermitteltransport als auch die Nährstoffemission je Kilogramm Fleisch minimiert.

Standortfaktor "Betriebsgrößenstruktur"

Auch wenn es immer wieder Beispiele für erfolgreiche Kleinunternehmen gibt, so ist im Großen und Ganzen doch festzustellen, dass die Unternehmensgröße in der Land- und Ernährungswirtschaft zu den wichtigsten Bestimmungsfaktoren für den wirtschaftlichen Erfolg gehört. Das gilt sowohl für die landwirtschaftliche Produktion als auch für die Erfassung, die Verarbeitung, die Distribution und die Vermarktung. Auch bei der Erfüllung der schärfer werdenden Umweltauflagen sind Großbetriebe im Vorteil, weil sie die hierfür erforderlichen Investitionen besser in die Größendegression bringen können.

Die kostengünstigere Wirtschaftsweise größerer Einheiten ist deshalb von großer Bedeutung, weil in allen Regionen der Welt festzustellen ist, dass der überwiegende Teil der Verbraucher seine Kaufentscheidung vorrangig am Preis ausrichtet. Daher herrscht ein scharfer Kostenwettbewerb.

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