Themen zur Tierernährung
14 / 14


Relativ wichtig für den Gebrauchswert eines Automaten sind die Futter- und Wasserverluste. Hier zeigen sich der Brei-Automat optiMäst 2 sowie die Rohr-Brei-Automaten Blick-o-matic und Tube-O-Mat als relativ vorzüglich. Aus hygienischer Sicht ist der Globe Feed wegen der relativ optimalen Troggestaltung positiv zu beurteilen. Bei den Rohr-Brei-Automaten wurde auch das Fressverhalten bzw. die Anlernphase geprüft. In diesem Punkt schnitten das Modell 5 von Ikadan und der AP-Swing Maxi am besten ab. Die Anlernphase sollte jedoch nicht überbewertet werden, holen doch die Ferkel, wie eigene Untersuchungen zeigen, einen eventuellen Rückstand innerhalb von 1-2 Wochen wieder auf. Auf weitere Einzelheiten und eine entsprechende Übersichtstabelle wurde aus Platzgründen verzichtet, diese sind aber bei HOFMEIER (1996) und HESSE (1997) veröffentlicht.

8.0 Zukünftige Entwicklungen
Die zukünftige Entwicklung wird insbesondere von Überlegungen zur Tiergerecht-heit und zur Ökonomie beeinflusst. So ist damit zu rechnen, dass Rohr-Brei-Automaten und Sensor-Fütterungen mit Vorrang weiterentwickelt werden. Immer öfter zu sehen sind Rundautomaten, sowohl zur Verwendung von Trocken- als auch Flüssigfutter. Hier sollte jedoch beachtet werden, dass oft keine optimale Übersicht über die Trogschalen gegeben ist. Auch wird den Tieren so das Trennen von Fress-, Liege- und Mistbereich erschwert.

Die gewünschte bzw. geforderte Bewegungsfreiheit für Sauen kann derzeit am sinn-vollsten mittels Gruppenhaltung realisiert werden. Eine Gruppenhaltung ohne tierin-dividuelle Fütterung ist mittels der Fütterung in Fress-Liegeständen oder der sogenannten "Bio-Fix" Fütterung möglich. Die neuerdings diskutierte ad libitum-Fütterung führt offensichtlich zu Nachteilen für die Ferkel und ist unter Beachtung der deut-schen Rechtssprechung wirtschaftlich wenig sinnvoll. Die tierindividuelle Fütterung dürfte weiter an Bedeutung zunehmen. Derzeit stehen dazu die weiterentwickelte Abruffütterung und insbesondere der Brei-Nuckel zur Verfügung. Als zu erwartende Vorteile einer solchen Technik können genannt werden: verbessertes Management von kostengünstigen Großgruppen durch mehr Informationen über Einzeltiere bzw. Früherkennung von Problemfällen; Verbesserung der Umweltwirkung (Stickstoffein-trag) durch effizientere Fütterung; sehr hohe Zunahmen bei sehr guten Fleischqua-litäten. Die Erfahrungen - auch aus der Praxis - zeigen, dass die Funktionsfähigkeit und -sicherheit des Brei-Nuckels mittlerweile sehr gut gegeben ist. Wenn auch nicht alle Tiere ihr Futter völlig verlustfrei aufnehmen, so kann doch auf eine Trogschale verzichtet werden. In Wahlversuchen zeigte sich, dass die Tiere völlig freiwillig weit mehr als die Hälfte des Futters durch den Brei-Nuckel aufnahmen. Der Brei-Nuckel kann somit als eine relativ tiergerechte und praxistaugliche Fütterungstechnik bezeichnet werden.

Im Abferkelbereich sollte besonderer Wert auf die Hygiene gelegt werden. Leicht schwenkbare Tröge sind hier sehr wichtig. Eine Tränkeschale für die Sau, in Bo-dennähe montiert, zeigt Vorteile, ebenso wie Futtervorratsbehälter mit durch die Sau zu betätigender Ausdosiertechnik.

Basierend auf Forschungsergebnissen und Praxiserfahrungen wurden rechtliche Bestimmungen entwickelt, welche eine möglichst tiergerechte Fütterung bewirken sollen. Die aufgrund des Tierschutzgesetzes weiterentwickelte und um Tiergerechtheit verstärkte freiwillige DLG-Prüfung wird weiter an Bedeutung gewinnen. Eine Fütterungstechnik, welche nur Vorteile aufweist, gibt es leider nicht. Die Auswahl der relativ vorzüglichen Variante sollte auf der Basis des vorhandenen Betriebes, der Neigung des Betriebsleiters sowie der im Beitrag aufgezeigten Überlegungen erfolgen.

Die dem Beitrag zugrunde liegende Literatur kann beim Verfasser bezogen werden.

Seiten: 9 10 11 12 13 14 zum Anfang...

Zurück