
von link nach rechts: Dr. Schäfer, Dr. Schulz, Prof.
Dr. Dr. Dr. Drochner,
Dr. König (Geschäftsführer), Dr. Fürll
Neuenkirchen (ssj) - "Eine Kuh ist nicht zu Stoffwechselstörungen
verdammt", erklärte Dr. Manfred Fürll von der Universität
Leipzig. Dr. Fürll sprach am Donnerstag auf dem diesjährigen
Fachgespräch, zu dem die Deutsche Vilomix Tierernährung
GmbH in Neuenkirchen eingeladen hatte.
Eine leistungsgerechte Fütterung in der Transitphase, der
Zeit zwischen dem Trockenstellen und dem Abkalben, sei in der
Praxis oft nicht möglich, wohl aber entscheidend für
die Tiergesundheit, betonte der Experte. Werden die Kühe
in dieser Zeit nicht richtig auf die hohe Futteraufnahme, die
nach der Geburt erforderlich ist, vorbereitet, so drohe ein Energiemangel,
der schließlich andere Erkrankungen wie Labmagenverlagerung,
Nachgeburtsverhalten, Fruchtbarkeitsstörungen und auch Klauenerkrankungen
nach sich ziehe.
"Weizen
ist das Problemgetreide, wenn es um die Belastung mit Feldpilzen
geht." Prof. Dr. Dr. Dr. Winfried Drochner von der Universität
Hohenheim sprach über Mykotoxine und deren Bedeutung in der
Fütterung. Deoxynivalenol (DON) stehe in Deutschland als
Getreide belastendes Toxin im Vordergrund, erklärte er, gefolgt
von Nivalenol und Zearalenon. Die Kontamination mit Pilzgiften
werde von der Sorte und von der Witterung während der Getreideblüte
beeinflusst. Mais als Vorfrucht sei kritisch zu bewerten, so Prof.
Drochner. Hinsichtlich der Belastungshöhe durch Mykotoxine
gebe es keine Unterschiede zwischen Produkten aus ökologischen
und konventionellen Anbau. Einen Einfluss auf die Futteraufnahme
habe DON jedoch nicht.
Dr. Arndt
Schäfer von der Deutschen Vilomix sprach zum Thema "Einflussfaktoren
auf die Nährstoffverdaulichkeit bei abgesetzten Ferkeln.
"Rund um das Absetzen ist das Wachstum der Ferkel für
eine Woche reduziert", so Dr. Schäfer. Zwar hätten
50 Prozent der Ferkel bereits 4 Stunden nach dem Absetzen Futter
aufgenommen, es würden aber rund 70 Stunden vergehen, bis
auch das letzte Ferkel der Gruppe Futter aufgenommen habe. Durch
die Gabe eines Beifutters bereits vor dem Absetzen könne
man die Tiere an eine frühzeitige Futteraufnahme gewöhnen.
Diese Maßnahme fördere auch die Produktion von Verdauungsenzymen
und verhindere eine Verkürzung der Darmzotten. Die Folge
sei eine bessere Nährstoffverdaulichkeit. Eine schlechte
Startphase verlängere die Mastdauer, und bei Tageszunahmen
von weniger als 200 Gramm verlören die Ferkel Körperfett.
Der dänische Tierarzt Dr. Peter Johannsen sprach über
die Möglichkeit, die Leistung in der Schweineproduktion durch
eine Optimierung der Tiergesundheit zu erhöhen. In Dänemark
sei gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder landwirtschaftliche
Betrieb einmal monatlich von einem Tierarzt besucht werde, sagte
Dr. Johannsen. Durch die gute und enge Bestandsbetreuung sowie
spezielle Produktionsprogramme sei es möglich, Betriebe von
Krankheiten wie beispielsweise Dysenterie zu befreien.
weitere
Presseberichte:
Tagungsfolge
| 10.00
Uhr |
Begrüßung
der Teilnehmer
Dr. Karl-Heinz König |
| 10.20
Uhr |
Stoffwechselstörungen
bei Hochleistungskühen
- Ursachen und Möglichkeiten der Prävention -
PD Dr. habil. Manfred Fürll
- Medizinische Tierklinik, Universität Leipzig - |
| 11.30
Uhr |
Neues
zu Mykotoxinen und deren Problematik
in der Fütterung
Prof. Dr. Dr. Dr. Winfried Drochner
- Institut für Tierernährung, Universität Hohenheim
- |
| 12.30
Uhr |
Mittagessen |
| 14.15
Uhr |
Einflussfaktoren
auf die Nährstoffverdaulichkeit
bei abgesetzten Ferkeln
Dr. Arndt Schäfer
- Deutsche Vilomix Tierernährung GmbH - |
| 15.15
Uhr |
Hohe
Produktionsleistungen in der Schweineproduktion
durch Optimierung der Tiergesundheit
- Erfahrungen aus Dänemark -
Dr. Peter Johannsen
- praktizierender Fachtierarzt für Schweine -
Diskussionsleiter:
Dr. Edgar Schulz
- Bundesforschungsanstalt Braunschweig-Völkenrode -
|
| 16.15
Uhr |
Gemeinsame
Kaffeetafel und Gedankenaustausch |
Aufnahmen von der Fachtagung (Bitte Bild anklicken um zu vergrößern)
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