punkt Fachgespräch vom 28. November 2002 der Deutschen
Vilomix, Neuenkirchen-Vörden


von link nach rechts: Dr. Schäfer, Dr. Schulz, Prof. Dr. Dr. Dr. Drochner, Dr. König (Geschäftsführer), Dr. Fürll
von link nach rechts: Dr. Schäfer, Dr. Schulz, Prof. Dr. Dr. Dr. Drochner,
Dr. König (Geschäftsführer), Dr. Fürll

Neuenkirchen (ssj) - "Eine Kuh ist nicht zu Stoffwechselstörungen verdammt", erklärte Dr. Manfred Fürll von der Universität Leipzig. Dr. Fürll sprach am Donnerstag auf dem diesjährigen Fachgespräch, zu dem die Deutsche Vilomix Tierernährung GmbH in Neuenkirchen eingeladen hatte.
Eine leistungsgerechte Fütterung in der Transitphase, der Zeit zwischen dem Trockenstellen und dem Abkalben, sei in der Praxis oft nicht möglich, wohl aber entscheidend für die Tiergesundheit, betonte der Experte. Werden die Kühe in dieser Zeit nicht richtig auf die hohe Futteraufnahme, die nach der Geburt erforderlich ist, vorbereitet, so drohe ein Energiemangel, der schließlich andere Erkrankungen wie Labmagenverlagerung, Nachgeburtsverhalten, Fruchtbarkeitsstörungen und auch Klauenerkrankungen nach sich ziehe.

"Weizen ist das Problemgetreide, wenn es um die Belastung mit Feldpilzen geht." Prof. Dr. Dr. Dr. Winfried Drochner von der Universität Hohenheim sprach über Mykotoxine und deren Bedeutung in der Fütterung. Deoxynivalenol (DON) stehe in Deutschland als Getreide belastendes Toxin im Vordergrund, erklärte er, gefolgt von Nivalenol und Zearalenon. Die Kontamination mit Pilzgiften werde von der Sorte und von der Witterung während der Getreideblüte beeinflusst. Mais als Vorfrucht sei kritisch zu bewerten, so Prof. Drochner. Hinsichtlich der Belastungshöhe durch Mykotoxine gebe es keine Unterschiede zwischen Produkten aus ökologischen und konventionellen Anbau. Einen Einfluss auf die Futteraufnahme habe DON jedoch nicht.

Dr. Arndt Schäfer von der Deutschen Vilomix sprach zum Thema "Einflussfaktoren auf die Nährstoffverdaulichkeit bei abgesetzten Ferkeln. "Rund um das Absetzen ist das Wachstum der Ferkel für eine Woche reduziert", so Dr. Schäfer. Zwar hätten 50 Prozent der Ferkel bereits 4 Stunden nach dem Absetzen Futter aufgenommen, es würden aber rund 70 Stunden vergehen, bis auch das letzte Ferkel der Gruppe Futter aufgenommen habe. Durch die Gabe eines Beifutters bereits vor dem Absetzen könne man die Tiere an eine frühzeitige Futteraufnahme gewöhnen. Diese Maßnahme fördere auch die Produktion von Verdauungsenzymen und verhindere eine Verkürzung der Darmzotten. Die Folge sei eine bessere Nährstoffverdaulichkeit. Eine schlechte Startphase verlängere die Mastdauer, und bei Tageszunahmen von weniger als 200 Gramm verlören die Ferkel Körperfett.

Der dänische Tierarzt Dr. Peter Johannsen sprach über die Möglichkeit, die Leistung in der Schweineproduktion durch eine Optimierung der Tiergesundheit zu erhöhen. In Dänemark sei gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder landwirtschaftliche Betrieb einmal monatlich von einem Tierarzt besucht werde, sagte Dr. Johannsen. Durch die gute und enge Bestandsbetreuung sowie spezielle Produktionsprogramme sei es möglich, Betriebe von Krankheiten wie beispielsweise Dysenterie zu befreien.

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Tagungsfolge

10.00 Uhr Begrüßung der Teilnehmer
Dr. Karl-Heinz König
10.20 Uhr Stoffwechselstörungen bei Hochleistungskühen
- Ursachen und Möglichkeiten der Prävention -
PD Dr. habil. Manfred Fürll
- Medizinische Tierklinik, Universität Leipzig -
11.30 Uhr Neues zu Mykotoxinen und deren Problematik
in der Fütterung
Prof. Dr. Dr. Dr. Winfried Drochner
- Institut für Tierernährung, Universität Hohenheim -
12.30 Uhr Mittagessen
14.15 Uhr Einflussfaktoren auf die Nährstoffverdaulichkeit
bei abgesetzten Ferkeln
Dr. Arndt Schäfer
- Deutsche Vilomix Tierernährung GmbH -
15.15 Uhr

Hohe Produktionsleistungen in der Schweineproduktion
durch Optimierung der Tiergesundheit
- Erfahrungen aus Dänemark -
Dr. Peter Johannsen
- praktizierender Fachtierarzt für Schweine -

Diskussionsleiter:
Dr. Edgar Schulz
- Bundesforschungsanstalt Braunschweig-Völkenrode -

16.15 Uhr Gemeinsame Kaffeetafel und Gedankenaustausch


Aufnahmen von der Fachtagung (Bitte Bild anklicken um zu vergrößern)


Dr. König (Geschäftsführer) Dr. Schulz Dr. Schäfer Dr. Peter Johannsen

Dr. Fürll
Dr. Schulz, Dr. Schäfer
Publikum
Der Saal

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